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Ein Leserbeitrag von Sabine Wächter , Dipl.Biologin und Dipl.-Journalistin aus Esslingen So überflüssig wie ein KropfKarin S. hatte Glück. Sie gehörte zu den 30 Prozent, die trotz einer Schilddrüsenvergrößerung um eine Operation herumkommen. Das liegt daran, daß Sie, so sagt Sie, "früh merkte, daß mit mir was nicht in Ordnung war. Ständig litt Sie unter innerer Unruhe und Herzklopfen. Sie konnte kaum noch schlafen, hatte oft Durchfall, verlor Gewicht. Der Arzt stellte schließlich eine Schilddrüsenüberfunktion fest. Sie bekam Medikamente und fühlt sich viel besser. Karin S. ist kein Einzelfall. Weltweit ist eine Milliarde Menschen mit dem Spurenelement Jod unterversorgt. Allein in Deutschland haben deshalb 25 Millionen einen Kropf, so Rolf Großklaus vom Bundesgesundheitsamt in Berlin. Dabei besagt schon ein altes Stichwort: "Nichts ist so überflüßissig, wie ein Kropf." Dies gilt auch in Deutschland. Es gilt zwar als Jodmangelgebiet, da das Spurenelement in Böden und Gesteinen kaum vorkommt. Doch kann jeder auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Normalerweise sollten Erwachsene pro Tag etwa 180 bis 200 Mikrogramm (tausendstel Milligramm) Jod zu sich nehmen. Rein theoretisch müßte man pro Tag Unmengen bestimmter Nahrungsmittel aufnehmen, um den Bedarf zu decken. Wer aber etwa zeimal je Woche Seefisch ißt, wie es die deutsche Gesellschaft fü Ernährung (DGE) empfielt, deckt seinen Bedarf. Die Schilddrüse braucht dieses Element, um Ihre Hormone zu produzieren. Sie ist der Motor des Stoffwechsels. Die von ihr produzierten Hormone beeinflussen zum Beispiel Sauerstoffverbrauch und Körpertemperatur. Sind zu viele Hormone produziert worden, so kann es zu einer Überfunktion der Drüse kommen. Auch eine Schilddrüsenunterfunktion ist möglich, wenn zuwenig Hormone hergestellt wurden: Die Stoffwechselstörungen äußern sich zum Beispiel durch Verstopfung, Gewichtszunahme, ständiges Frieren, Schwellungen und trockene Haut. Besonders empfindlich reagieren Säuglinge und Feten auf eine unzureichende Versorgung. Mittlerweile gibt es in Deutschland aber auch jodhaltige Milchnahrung für Säuglinge. Die DGE propagiert ohnehin eine zusätzliche Jodversorgung für "Risikogruppen" wie Schwangere, stillende Mütter und Jugendliche in der Pubertät. Wer auf einfache Weise auf seine tägliche Jodration kommen will, kann beim Kochen Jodsalz verwenden. Seit 1990 ist es in Deutschland gestattet, bei der Herstellung von Lebensmittel aller Art Jodsalz zu verwenden. |
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